Handy aus, Fokus an: Wie die Schweiz zu einem Handyverbot an Schulen steht

Handys gehören für Kinder und Jugendliche längst zum Alltag, im Klassenzimmer werden sie jedoch zunehmend kritisch gesehen. Unsere aktuelle, repräsentative Studie zeigt: Die Schweizer Bevölkerung wünscht sich klare Regeln für den Umgang mit Smartphones an Schulen. Eine klare Mehrheit spricht sich für ein Handyverbot während des Unterrichts oder sogar am gesamten Schulareal aus. 

Breiter gesellschaftlicher Konsens für klare Regeln im Klassenzimmer

Mehr als 88 Prozent der 1.001 Befragten aus der Deutsch- und Westschweiz halten klare Regeln für digitale Geräte an Schulen grundsätzlich für wichtig. Besonders nachdrücklich fällt die Zustimmung zu Handyverboten während des Unterrichts aus: 92 Prozent befürworten ein solches Verbot an Primarschulen, aber auch in der Oberstufe bzw. im Gymnasium sprechen sich noch 81 Prozent dafür aus. Über nahezu alle Altersgruppen hinweg zeigt sich damit ein aussergewöhnlich breiter gesellschaftlicher Konsens. Eine Ausnahme bildet lediglich die jüngste Altersgruppe: 14- bis 19-Jährige lehnen ein Handyverbot nach der Primarschule mehrheitlich ab. 

Auch ein generelles Handyverbot auf dem gesamten Schulareal, also inklusive Pausen, findet grosse Unterstützung, insbesondere in der Primarschule (84%). In der Oberstufe bzw. im Gymnasium liegt die Zustimmung mit 68 Prozent zwar niedriger, bleibt aber klar mehrheitlich. Gleichzeitig zeichnet die Studie ein bewusst differenziertes Bild: Ein pauschales Nein zum Smartphone wird von der Bevölkerung klar abgelehnt. Stattdessen wird ein gezielter, pädagogisch sinnvoller Einsatz von Handys, insbesondere ab der 7. Schulstufe, ausdrücklich befürwortet (73 Prozent).

Die Ergebnisse zeigen sehr deutlich, dass es der Bevölkerung nicht um ein ideologisches Handy-Bashing geht, sondern um Struktur und Orientierung. Smartphones sollen im schulischen Kontext nicht dominieren, sondern bewusst und sinnvoll eingesetzt werden“, erläutert Roland Zeindler, Geschäftsführer der Marketagent Schweiz AG. 

Weniger Ablenkung, besseres Miteinander

Ein Handyverbot wird dabei nicht als disziplinarische Massnahme verstanden, sondern vor allem als Chance für einen besseren Schulalltag. Die grosse Mehrheit der Befragten erwartet positive Effekte auf das Lernverhalten der Schüler*innen (83%), auf das soziale Miteinander (80%) sowie auf das psychische Wohlbefinden (78%). Negative Auswirkungen werden demgegenüber deutlich seltener angenommen.

Besonders bemerkenswert: Auch die 14- bis 19-Jährigen gehen mehrheitlich davon aus, dass die positiven Effekte eines Handyverbots überwiegen würden, selbst wenn sie ein solches Verbot für ihre eigene Schulstufe kritischer sehen. Das unterstreicht den Wunsch nach Orientierung und Schutzräumen, selbst in einer stark digitalisierten Generation.

Die Studie macht damit deutlich: In der gesellschaftlichen Debatte rund um Smartphones an Schulen geht es weniger um Verbote um ihrer selbst willen, sondern um klare Regeln, pädagogische Verantwortung und einen reflektierten Umgang mit digitaler Technologie. Der Ruf nach Struktur ist laut und generationenübergreifend.

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